Endlich nach einer Woche schaffe ich es mal
wieder einen Eintrag zu verfassen! In den letzten 7 Tage ist viel passiert und
ich versuche mal alles adäquat zusammenzufassen :)
Am Montag (17.09.) war nun endlich mein erster
Arbeitstag. Ich habe meinen „Chef“, den Vorsitzenden des ICT-Komitees
kennengelernt und die PC-Räume, Lager, Bibliothek und mein potentielles Büro
gezeigt bekommen. Wir hatten ein gutes Gespräch und ich konnte ihn glaube ich
ein bisschen von meinen Ideen überzeugen...
Jedenfalls hatte ich Mittags die Schlüssel für
alle Computerräume, Lager, mein Büro, Serverraum etc in der Hand und konnte
loslegen. Nach der Mittagspause habe ich mir dann gleich die mieseste Aufgabe
vorgenommen und den seit Jahren nicht benutzten Studenten-PC Pool, der als 40qm
„Müll-mich-mit-PC-Kram-zu-Raum“ umfunktioniert wurde und vollkommen zu gestaubt
war. Nach 4 Stunden Aufräumaktion, waren alle
Elektroteile in den kleinen Lagerraum einsortiert und mein künftiges
Büro auch von jeglichem Müll befreit. Ich beauftrage die Putzkolonne für
Dienstag alles zu reinigen und sah mir im Anschluss noch den Lehrer-PC-Pool an.
Hier stehen die ganzen neueren PCs, die ursprünglich mal von den Norwegern für
die Studenten gekauft und im Studenten-PC-Pool installiert worden sind. Mittlerweile
befinden sich alle neueren Computer (BJ 2008) in den Büros und im Lehrer-Pool.
Am Dienstag kam die Putzkolonne auf Nachfrage
dann (fast) wie vereinbart. Von oben nach unten putzen (erst Tische, dann
Boden) und Lappen auswaschen und frische zum Nachwischen nehmen ist hier noch
nicht so in Mode. Also holte ich in der Mittagspause von zuhause ein Handtuch
um zumindest die PCs, Bildschirme, Tastaturen und Mäuse ordentlich sauber zu
machen.
Nachmittags hatte ich jedenfalls einen
genialen Arbeitsplatz aus dem Staub gezaubert. Mein Büro ist super großzügig
mit viel Stellfläche für Reperaturen und Waratung der PCs – vielleicht kommt ja
auch in den nächsten Wochen mal Internet, dann könnte man mal Skypen :)
Auf meiner to-do Liste ist jetzt erst mal:
- alle PCs inspizieren und dann
inventarisieren
- defekte neuere Modelle instand setzten
- den Studentenpool aufbauen
- Server einrichten (es gibt sie zwar, sie
sind aber alle 3 aus)
- Benutzerkonten, Internet, Vierenschutz....
- Netzwerk in den Büros einrichten (Hardware,
Drucker, gemeinsame Daten...)
- Beamer auftreiben (sind hier irgendwo am TTC
„unterwegs“)
- PC-Unterricht einrichten
- wöchentlicher Filmabend mit Beamer in der
„Aula“ (Assembly Hall)
Wie ihr seht gibt es für die nächsten Monate erst
mal genug zu tun! Wenn denn mal Strom da ist. Momentan ist es ganz übel und wir
haben oft zwischen 8 und 14 Uhr keinen Strom. Abends dann noch mal von 18 bis
20 Uhr ohne Strom. Wasser ist auch häufig zwischen 7 und 22 Uhr weg. Beides
könnte sich aber ab Dezember in der Regenzeit verbessern :)
So habe ich dann den rest der Woche mit Reparaturen
und Inspektionen verbracht, aber eine Liste aufgestellt mit essentiellen Teilen
die ich neu brauche. Am Donnerstag war es mir dann vergönnt in einen der fünf
geheimen Lagerräume des Lageristen zu gelangen in die in den letzten Jahren
niemand reingelassen wurde – mit gutem Grund. Hier werden Schätze gehortet...
Ich bekam den Schlüssel für einen der Räume mit viel PC-Kram. Originalverpackte
Scanner (BJ zwischen 2005 und 2008), eine nagelneue Bosch-Bohrmaschine mit verschiedenen
einzeln verpackten Bohrer, originalverpacktes Werkzeug, Leinwände,
Overheadprojektoren, Fußbälle etc pp...
Es war genauso gut wie es ernüchternd war
diesen Raum zu inspizieren. Viele der hiesigen Personen die versuchen dem Land
zu helfen sind aufgrund derartiger Vorkommnisse durchaus frustriert. Mir bleibt
meine Anfangsmotivation zum Glück nach wie vor erhalten! Mal sehen wie ich die
Dinge nach dem Jahr selbst sehen werde.
So habe ich dann die Arbeitstage bis Freitag
verbracht. Zwischen 12 und 14h ist Mittagspause, da fahren wir auch öfter mal
in die Town um einzukaufen.
(Ist zwar in der Mittagshitze mies, abends wird es aber so früh dunkel...)
(Ist zwar in der Mittagshitze mies, abends wird es aber so früh dunkel...)

Am Freitag war es dann endlich soweit und wir
sind mit Ole zusammen an den Lake Malawi gefahren. Mit seinem Auto waren wir
nach einer zweistündigen fahrt durch schöne Landschaften in Nkotakota am See.
Die erste Nacht verbrachten wir in einer Lodge mit angrenzender Töpferei
unmittelbar am Strand. Auch die Lodge für die zweite Übernachtung war
unmittelbar am Strand. Der See ist einfach unfassbar traumhaft und am liebsten
wären wir einfach dort geblieben. Bei mindestens 23 Grad Wassertemperatur, weit
und breit blauem Wasser und leichter Brandung fühlt man sich wie im entsalzenen
Mittelmeer! Fantastisch!!!
Endlich ein paar Stunden in wundervoller
Umgebungen zum Lesen, Entspannen und einfach mal die Seele baumeln lassen...Irgendwie - gefühlt - das erste Mal einen freien Kopf seit Monaten.
Nun heute am Montag geht es wieder mit der
Arbeit los :) ...aber ich fühle mich durchaus wohl in meinem Büro und so ganz
ohne Strom muss man eben mal einen Gang zurück schalten :D
Nachmittags habe ich dann noch nach dem
wunderbaren Hand-Wäsche-Waschen (Was für eine Scheißarbeit!!!) um das Beet was
ich letzte Woche vorbereitet habe einen kleinen Zaun gebaut. Ich hoffe er hält
die Hühner fern...
...n Elektrozaun wäre bei den ständigen
Stromausfällen auch sinnlos :D ...



Schöne Fotos, tolle Schreibe :D
AntwortenLöschenEs klingt aufregend und irgendwie ungewohnt so ohne Strom oder Wasser immer mal wieder. Trotztdem musste ich mich immer wieder darüber kaputt lachen wie du darüber schreibst. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, das dich in einem anfall von Arbeit ein Stromausfall kurz mal ärgert ;)
AntwortenLöschenGruß
Mats
Hört sich ja alles recht gut an!!!
AntwortenLöschenDu hast mal in einem Video, das du direkt am Anfang in Äthiopien gemacht hast, gesagt: "[...] und es gibt sogar Wassa in Awassa, das ist nicht so normal hier." :D .. ich hoffe, dass es bei dir schnell wieder kommt!!
wir müssen dringend skypen bro!
Lieber Jonas,
AntwortenLöschenNeugierde treibt mich regelmäßig auf Deine Seite. Mit Spannung verschlinge ich Deine Zeilen. Oftmals muss ich beim Lesen Deiner Schilderungen herzlich lachen....Jonas bei der Handwäsche, Jonas der Gärtner .....ich sehe es bildlich vor Augen...hmmm komisch sogar fluchen höre ich Dich.
Opa Bude fragt jeden Sonntag nach Dir.Ich lese ihm dann Deine Einträge vor.
Wirvwuenschen Dir noch viele erlebnisreiche Momente.....wir bewundern Dich !
Herzlichst Petra