11.06.13

Der König der Löwen

Der wöchentliche Bericht kommt genau hier...
- Der erste „Die Zeit fliegt“-Post ist schon über ein Jahr her. Und sie tut es immer noch! -
Fangen wir mal mit dem Projekt an, denn wenn ich die Einträge der letzten Wochen so sehe könnte man ja fast meinen ich würde nur reisen.
Aber auf den Reisen erlebe ich oft die für mich sehr besonderen Momente, was nicht heißen soll dass es hier in Kasungu nicht auch besonders ist... Aber nach all den Monaten hat sich durchaus so etwas wie ein Alltag eingeschlichen.

Wer etwas mehr über meinen Alltag wissen möchte, den verweise ich noch mal auf den Kasungu-Alltags-Post.

Jedenfalls bin ich im Projekt momentan wieder durchaus ausgelastet. Täglich finden nun wieder defekte Geräte den Weg in mein Büro. Dazu kommt dann noch die Betreuung des Netzwerks und die Vorbereitung und Durchführung der verbleibenden Unterrichtseinheiten. Schlussendlich – sage ich jetzt mal so 5 Wochen vor Abschluss des Projekts – scheint es wohl, dass es zumindest einen Kollegen (den Bibliothekar) und den Studenten Innocent gibt die viel aus den Kursen der vergangenen Monate mitgenommen haben und durchaus in der Lage sein werden umfangreichere Netzwerk- und Wartungsprojekte zu realisieren. An dieser Stelle bewahrheitet sich wohl die Aussage meines norwegischen Kollegen und Freundes Ole aus den ersten Wochen, als er mir eröffnete, dass ich es bereits als großen Erfolg verbuchen könne, wenn ich EINEM Menschen hier etwas Langfristiges mitgeben kann.

So freue ich mich neben den technischen Errungenschaften (die per se nicht unbedingt automatisch Nachhaltig sind) besonders an den beiden so ambitionierten Kursteilnehmern und Zuhause an meiner Nachbarsfamilie, wo Frau Mazolo nun seit einigen Monaten (auch Dank der Spendenbereitschaft einiger meiner Leser) in Südafrika studiert und ich einen der Söhne Sangwan häufig in seiner Schule besuche. Ob ich - wie sein Vater mich bezeichnet - wirklich Sangwans Mentor sein kann weiß ich nicht, allerdings hat er hoffentlich ähnlich viel von mir gelernt wie ich von ihm.
Es lassen mich, bei all den kleinen und großen Enttäuschungen die ich in den letzten Monaten erlebt habe grade diese Erlebnisse positiv gestimmt bleiben.

Zu Enttäuschungen las ich grade letztes Wochenende im Bus:
„Enttäuschung gilt als Übel. Ein unbedachtes Vorurteil. Wodurch, wenn nicht durch Enttäuschung, sollten wir entdecken, was wir erwartet und erhofft haben? Und worin, wenn nicht in dieser Entdeckung, sollte Selbsterkenntnis liegen?“ - Pascal Mercier


Der beschädigte Bus

Charakteristischer Markt auf dem Weg

Ein überladener Minibus

Und mit dem schönen Buch, welches ich im Bus las haben wir doch gleich den perfekten Übergang zu Blantyre. Am Freitag machten wir uns früh auf den Weg auf in Richtung der Wirtschaftsmetropole im Süden Malawis. Zur Abwechslung hatte der steinalte Bus nach 100km einen Getriebeschaden und wir mussten uns eine andere Möglichkeit suchen weiter zu kommen. Nachmittags angekommen trafen wir uns gemeinsam mit insgesamt über 20 Mitfreiwilligen im Theater, um das Stück „König der Löwen“ zu sehen, welches Julian mit organisiert und aufgeführt hat.
Nur so viel: Es hat all meine Erwartungen übertroffen und war fantastisch!!!

Im Theater

Julian als Hyäne

Die gekommenen GIZ-Freiwilligen

Manuel und ich im Theater

Abends gingen wir natürlich alle gemeinsam Weg.

Gemeinsam im Club...

... mit Livemusik


Den Samstag verbrachten wir sehr entspannt unter anderem im Manala-Haus, Blanyres ältestes Gebäude in dem sich ein wundervolles italienisches Café befindet. Dort genossen wir auf der Terrasse im Schatten der Bäume gebührend Henrikas Geburtstagskuchen. 

Teil des Cafes

Das Geburtstagskind mit Kuchen :)

Nachmittags verweilten wir dann auf der Terasse vor Ninas Unterkunft, bevor wir Abends gemeinsam ein fantastisches Curry zauberten.

Blantyre "Highway" am Morgen
Am Sonntagmorgen hieß es um 5 Uhr aufstehen und es ging mit dem bequemen AXA-Bus Richtung Norden. Gegen 16 Uhr kam ich dann gut erschossen in Kasungu an, wo schon kurz nachdem ich meinen Rucksack abgeworfen hatte spontan Judith und Till mit den Fahrrädern reinschauten.

Nun hat die neue Woche begonnen. Mein Büro wird momentan spannender Weise wieder eingerannt. Aktuell bin ich dabei eine Dokumentation des Netzwerks zu verfassen um die Übergabe in einigen Wochen zu erleichtern.
Am Montag trafen wir uns dann bei Judith und Till zum Skyfall-Filmabend.

Nicht nur für mich sondern auch für viele der anderen ausländischen Bewohner Kasungus geht die Zeit hier in Malawi langsam zu Ende und so werden wir am Samstag, nachdem am Freitag voraussichtlich Rieke, Manuel, Hendrik und Lena zu besuch kommen werden, die Farewellparty meines norwegischen Kollegen Nikolai zelebrieren.
Ab kommendem Montag werde ich dann aller Wahrscheinlichkeit nach wieder ein WG-Leben haben – aber dazu dann sicher im nächsten Blogeintrag mehr! :)


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen